Amalie Friedländer, geb. Heine (Molly)

Geboren am 8. Mai 18001 in Hamburg – gestorben am 9. Juni 1838 (in Berlin?).2


Amalie Heine, 1830
Amalie Heine, 1830

Die dritte Tochter des Bankiers Salomon Heine, die Harry Heine wohl schon 1814 bei einem Besuch seines Onkels in Düsseldorf kennengelernt hatte.

Heine verliebte sich in seine Cousine, die aber seine Liebe nicht erwiderte – sie heiratete schließlich am 15. August 1821 den Gutsbesitzer John Friedländer3 aus Königsberg.

»Freu Dich, Freu Dich: in 4 Wochen sehe ich Molly. Mit ihr kehrt auch meine Muse zurück. Seit 2 Jahr hab ich sie nicht gesehen. Altes Herz was freust du dich und schlägst so laut!«4 schrieb Heine am 6. Juli 1816 an seinen Freund Christian Sethe; drei Monate später musste er ihm allerdings bereits schreiben: »Sie liebt mich nicht! – Mußt, lieber Christian, dieses letzte Wörtchen ganz leise, leise aussprechen. In den ersten Wörtchen liegt der ewig lebendige Himmel, aber auch in dem letzten liegt die ewig lebendige Hölle.«5

Man sollte meinen, dieses Sie liebt mich nicht! wäre eine Erkenntnis, die es Heine erlaubt, den Traum von Amalie aufzugeben. Aber selbst in seiner Studentenzeit hat ihn offensichtlich die Liebe zu seiner Molly nicht ganz losgelassen – auch wenn er »mahl (schöner Busen halber) die Musen vernachläßigt«6 hatte. Im Februar 1821 sieht Heine seine Cousine in Hamburg wieder und beschreibt sie als »ein gar hübschgeputztes Sonntagspüppchen, bey dessen Fabrikation der himmlische Kunstdrechsler sich selbst übertroffen.«7

So tief, wie 1816, scheint es ihn aber nicht mehr berührt zu haben, denn mit etwas mehr Abstand schrieb Heine, ohne an die letzte Hamburger Begegnung zu denken, im Jahr 1827: »Ich bin im Begriff diesen Morgen eine dicke Frau zu besuchen, die ich in 11 Jahren nicht gesehen habe, und der man nachsagt ich sey einst verliebt in sie gewesen. Sie heißt Me Friedländer aus Königsberg, so zu sagen eine Cousine von mir.«8

Anmerkungen

1  Fritz Mende gibt in »Heinrich Heine - Chronik seines Lebens und Werkes« den 5. September 1799 als Geburtstag Amalies an
2  Amalie ist zumindest in Berlin beerdigt worden
3  Der Vorname wird verschiedentlich auch als »Jonathan« überliefert
4  Heinrich Heine an Christian Sethe am 6. Juli 1816 (HSA Bd. 20, S. 17)
5  Heinrich Heine an Christian Sethe am 27. Oktober/20. November 1816 (HSA Bd. 20, S. 19)
6  Heinrich Heine an Friedrich von Beughem am 15. Juli 1820 (HSA Bd. 20, S. 24)
7  Heinrich Heine an Heinrich Straube Anfang März 1821 (HSA Bd. 20, S. 39)
8  Heinrich Heine an Karl August Varnhagen von Ense am 19. Oktober 1827 (HSA Bd. 20, S. 300)

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