Gustav von Heine-Geldern
Geboren ca. 1803 in Düsseldorf – gestorben am 15. November 1886 in Wien.
Drittes Kind von Betty und Samson Heine.
Heinrich Heines jüngerer Bruder versuchte sich zunächst in Landwirtschaft und Handel und verpflichtete sich 1831 zur österreichischen Armee, wo er letzendlich Oberleutnant der Kavallerie wurde, bevor er seinen Dienst quittierte. Er gründete das Wiener Fremdenblatt und wurde schließlich Millionär. 1870 wurde er geadelt und hieß nun Freiherr von Heine-Geldern.
Bei aller familiärer Liebe hatte Heinrich Heine, wenn man es mit seinem Verhältnis zu Charlotte und Maximilian vergleicht, ein distanzierteres Verhältnis zu seinem Bruder Gustav. 1851 schrieb er
»Leider bemerke ich, daß er [gemeint ist Gustav Heine] meine Geschäfte nicht so ausgeführt hat, wie er es mir früher glauben machte, u ich fürchte, hier neuen Verdruß einzuerndten. Ich habe Euch in einem meiner letzten Briefe gesagt, daß ich an Gustav alles zurückgezahlt habe; ich zweifle nicht, daß Ihr gefühlt habt, warum ich dergleichen erwähne. Ich bin ein kranker Mensch, u die Stunde kann immer kommen, wo mir das Reden unmöglich ist.«1
Und im Folgejahr schrieb er seiner Mutter:
»Wie ich durch Gustavs unpassendes Gerede mit Campe in Verwirrung gerathen, werdet Ihr vielleicht von Max erfahren haben; da Gustav mein Bruder ist und jedenfalls durch zu großen Eifer für mich eine Verkehrtheit beging, so werde ich wahrlich der letzte sein, der ihm deshalb gram sein dürfte; er mag über mich räsonniren so viel er will, sogar über meine Frau, wie mir Max sagt, er mag seinem Naturell des Verhetzens immerhin folgen, da ich solches immer gekannt habe und ihm schon seit vierzig Jahren verziehen, so bleibt er mir immer ein lieber Bruder, dessen bessere Eigenschaften ich um so mehr schätze. Und es ist nicht zu leugnen, daß er auch gute Eigenschaften hat. Ich kenne ihn durch und durch, und ich kenne genau den Stammbaum seiner Fehler.«2