Düsseldorf zwischen 1789 und 1815

Zur Zeit der französischen Revolution hat Düsseldorf eine Bevölkerung von etwa 16.0001 Menschen. Da Düsseldorf Garnisonsstadt ist, leben zusätzlich bis zu 6.000 Soldaten in der Stadt. Bis 1818 stieg Düsseldorfs Bevölkerung lediglich auf ca. 23.000 Menschen an.

Wittelsbacher Regierung bis 1795

Das Herzogtum Berg wird seit dem 17. Jahrhundert von den Wittelsbachern regiert. Seit 1742 regiert Karl Theodor (von Pfalz-Sulzbach 1742-1799) das Herzogtum Berg, residiert aber in München (bis 1777 in Mannheim) und besucht Düsseldorf lediglich dreimal. Unter seiner Regentschaft wird Schloss Benrath erbaut. Sein Vorgänger Karl Philipp (von Pfalz-Neuenburg 1716-1742), der in Mannhein residierte, hatte Düsseldorf nie besucht, während dessen Vorgänger »Jan Wellem«, Johann Wilhelm (von Pfalz-Neuenburg 1679-1716), noch in Düsseldorf residiert hatte. Nach dem Tod Karl Theodors regiert Kurfürst Maximilan Joseph (von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld), der in München residiert, das Herzogtum Berg. Maximilan Joseph wird 1806 als Maximilian I. Joseph erster König des Königreichs Bayern.

Seit 1792 befindet sich Frankreich im Krieg mit der preußisch-österreichischen Koalition. In Düsseldorf werden tausende kurpfälzische Soldaten und Soldaten der Koalitionstruppen untergebracht, was zu einer Nahrungsmittelknappheit führt. In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 1794 beschießen französche Truppen von der gegenüberliegenden Rheinseite die Stadt. Dabei werden das Schloss, die Nebengebäude des Statthalterpalais in der Mühlenstraße sowie 16 Bürgerhäuser in Brand gesetzt.

Französische Besetzung bis 1801

Am 6. September 1795 wird die Stadt den französischen Truppen übergeben, die nach rund sechs Jahren am 9. Juli 1801 die Stadt wieder verlassen, nachdem am 9. Februar 1801 im Frieden von Lunéville vereinbart worden war, dass das rechte Rheinufer von den Franzosen geräumt wird. Zuvor werden sämtliche Festungsanlagen in Düsseldorf gesprengt.

Rückkehr der Wittelsbacher bis 1806

Am 27. Oktober 1801 rückt die kurpfälzische Garnison wieder ein. 1803 vermacht Kurfürst Maximilian Joseph seinem Schwager Wilhelm (von Pfalz–Birkenfeld) das Herzogtum Berg, regiert das Herzogtum de facto aber weiterhin. Wilhelm residiert ab Februar 1804 weit außerhalb der Stadt im Schloss Benrath.

Großherzogtum Berg unter französischer Herrschaft bis 1813

In einem Tausch zwischen Bayern, Preußen und Frankreich werden 1806 rechtsrheinische Teile des Herzogtums Kleve-Mark und das Herzogtum Berg französischer Verwaltung unterstellt. Am 20. März 1806 reist Wilhelm aus seiner Residenz in Benrath ab. Am Tag darauf wird die Abtretungserklärung des Kurfürsten am Düsseldorfer Rathaus angeschlagen und am 24. März trifft der Großherzog Joachim Murat, ein Schwager Napoléons, in seiner Hauptstadt Düsseldorf ein.

Es entsteht das Großherzogtum Berg, das nach der Unterzeichnung der Rheinbundakte am 12. Juli 1806 Berg, Kleve-Mark, und unter anderem Essen, Werden und Dortmund umfasste. Bereits am 7. August 1808 gibt Murat seinen Großherzogstitel wieder auf und wird König von Neapel. 1809 wird Napoléons fünfjähriger Neffe Napoléon Louis Bonaparte, Sohn von Napoléons Bruder Louis, König von Holland, und Bruder des späteren Kaisers Napoleon III., Großherzog von Berg. Das Großherzogtum Berg untersteht seit 1808 direkt Napoléon und wird von Paris aus verwaltet, ohne dem französischen Staat anzugehören. Als kaiserlicher Kommissar und »Großherzoglich Bergischer Finanzminister« in Düsseldorf fungiert Graf Jaques-Claude Beugnot.

Durch eine Verordnung vom 26.9.1808 wird den jüdischen Einwohnern im Großherzogtum Berg die Gleichstellung mit allen übrigen Einwohnern des Staates zugesprochen: »dieselben (die Juden) allmählich in die nämlichen Rechte und Freiheiten zu setzen, die die übrigen Einwohner des Großherzogtums und der damit vereinigten Staaten genießen«2. »Für die jüdischen Einwohner gab es zwar nun keine persönlichen Abgaben mehr – das war gewiß ein Vorteil – aber sie wurden nun zur Militärpflicht und zu den öffentlichen Abgaben herangezogen wie alle anderen Untertanen auch.«3 Am 1. Januar 1810 wird der Code civil (Code Napoléon) eingeführt.

Im Januar 1813 kommt es zu Aufständen in in Teilen des Großherzogtums Berg gegen die Französische Besatzung, die durch Truppen Napoléons niederschlagen werden.

Düsseldorf wird preußisch

Am 10. November 1813 rücken russische Kosaken in Düsseldorf ein. Nachdem 1813 russische und preußische Truppen das Großherzogtum besetzen, regiert Generalgouverneur Justus Gruner bis zum Wiener Kongress, bei dem beschlossen wird, dass das Großherzogtum Berg preußisch wird.

Quellen

Anmerkungen

1  die Angaben dazu können nur geschätzt werden und schwanken zischen 14.000 und 20.000
3  Arno Herzig, Judentum und Emanzipation in Westfalen, Münster 1973, S. 14f

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